Die Erstbesteiger der Dufourspitze vor 150 Jahren

Die Erstbesteiger der Dufourspitze vor 150 JahrenDie erste Seilschaft, die vor 150 Jahren die 4634 Meter hohe Dufourspitze bezwang, bestand aus fünf Briten und drei Schweizern. Sie wählte eine Route über den Westgrat.In der hellen Mondnacht auf den 1. August 1855 brach die achtköpfige Seilschaft vom Zermatter Hotel Riffelberg zum Monte Rosa Massiv auf.

gesehen in der TASie bestand aus Charles Hudson (der 10 Jahre später bei der Erstbesteigung des Matterhorns tödlich verunglückte), John Birkbeck, Edward Stephenson und den Brüdern James G. und Christopher Smyth sowie den Bergführern Johannes und Matthäus Zumtaugwald aus Zermatt und Ulrich Lauener aus Lauterbrunnen.
Frühere Seilschaften nur bis einige Meter an Spitze
Via Gornergletscher erreichten sie die Obere Plattje auf 3200 Metern. Frühere Seilschaften hatten versucht, die Spitze des Monte Rosa Massivs via das Nordende zu besteigen. Sie kamen aber nur bis auf einige Meter an die Spitze heran.

Die Briten entschieden sich daher für eine bislang unbegangene Route: Via Monte Rosa Gletscher südöstlich über Firnfelder zum Sattel (4359 m) am Westgrat.

Nach der Schilderung Hudsons litt das ganze Team unter der extremen Kälte. In die bis zu 44 Grad steilen Firnhänge schlug Lauener mit einem Beil Stufen.
Schwierige letzte Meter
Die wenigen letzten Meter über einen Schnee- und Geröllhang seien «deutlich schwieriger und gefährlicher gewesen als alles, was wir im Aufstieg zum Mont-Blanc erlebten», schrieb Smyth in das Reisebuch des Riffelhauses bei Zermatt.

Gegen 10 Uhr erreichten die Alpinisten den Gipfel, wo sie einen Steinmann errichteten und mittels eines mitgeschleppten Theoldoliten (Vermessungsinstrument) die Aussicht bewunderten, die nach Smyth’s Ansicht «diejenige vom Mont Blanc übertrifft».
Run auf den Gipfel
Die Erstbesteigung löste einen regelrechten Run aus. Innerhalb von nur zwei Monaten wurde der höchste Punkt der Schweiz sieben weitere Male bezwungen.

1858 erreichte der britische Physiker John Tyndall im Alleingang die Spitze. Die Route über die Ostflanke wurde erstmals 1872 durch ein internationales Team begangen.
Grosse Bekanntheiten auf dem Gipfel
Zur späteren Gipfelstürmer-Prominenz zählten nach Angaben von Zermatt Tourismus Achille Ratti (der spätere Papst Pius XI, 1889), und Winston Churchill - er entschied sich 1894 für die Dufourspitze und gegen das Matterhorn, weil erstere höher und die Tour dorthin (mit Bergführer und Träger) billiger war. Ferner zog es John F. Kennedy und Uno-Generalsekretär Dag Hammerskjöld zum Monte Rosa.
Dufourspitze seit 1863
Ursprünglich hiess dieser Gipfel Höchste Spitze; 1863 gab der Bundesrat zu Ehren des Sonderbundskriegs-Generals, Kartografen und Rotkreuz-Mitbegründers Guillaume-Henri Dufour (1787-1875) dem Berg den Namen Dufourspitze.

Die Jahre 1850-1870 gelten als das Goldene Zeitalter des Alpinismus. Damals wurden die meisten Gipfel der Walliser Alpen bezwungen: neben der Dufourspitze der Dom 1858 (von J.L. Davis, Johann Zumtaugwald und anderen), das Weisshorn (1861 durch John Tyndall), und das Matterhorn 1865 durch Edward Whymper.

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