Skycar - das fliegende Auto

SkycarEine amerikanische Flugzeugfirma behauptet, die ultimative Verkehrslösung des beginnenden Jahrtausends gefunden zu haben: Das Skycar, ein flugtaugliches Auto mit einer Höchstgeschwindigkeit von über 600 km/h.

gesehen bei Skycar
Der Preis: 1 Million Dollar in bar.

Das futuristisch anmutende Gerät wurde von der amerikanischen Firma Moller Int. in jahrzehntelanger Forschungsarbeit entwickelt - und jetzt erstmals vorgestellt.

“Es ist wie auf einem fliegenden Teppich. Nur der weite Horizont befindet sich vor dir, wenn sich das Skycar in die Luft erhebt”, zeigt sich Konstrukteur Paul Moller begeistert über sein High-Tech-Baby.
Bis Ende Oktober 1999 laufen die Vorbereitungen für den ersten Flug des Prototyps. Dabei soll die Stabilität des elektronischen Systems und der Flugkontroll-Systeme unter Echtbedingungen geprüft werden. Ab 2000 wird die Produktion für den Verkauf aufgenommen. Die ersten hundert Exemplare sind bereits reserviert - für die U.S. Army, die Drogenbekämpfung, die Grenzkontrolle.
Ein Traum wird wahr
Schon in den 60er Jahren erkannte Moller, daß der Luftraum der am schlechtesten ausgenutzte Verkehrsraum ist. Zwar stieg die Anzahl der Passagierflugzeuge schon drastisch an, es war allerdings nicht möglich, wie mit dem Auto zu beliebigen Destinationen zu reisen.

Moller versuchte daher, ein flugtaugliches Auto zu entwickeln, das die Vorteile eines Helikopters mit dem eines Flugzeuges verbindet. So sollte es möglich sein von jedem beliebigen Ort aus zu starten und fast so schnell wie ein kleines Flugzeug zu fliegen.
Viele technische Notwendigkeiten für dieses ambitionierte Projekt waren in den 60er Jahren jedoch noch nicht vorhanden.

Vor allem fehlte es an leichten Materialien wie Karbon, um das Eigengewicht so gering wie möglich halten zu können.

Und so sollte es 30 Jahre und 700 000 Arbeitsstunden dauern, ehe sich das erste kommerziell nutzbare Skycar in die Luft erhebt.
Weiters benötigte Moller Motoren, die einen hohen Leistungs-Gewicht-Faktor besitzen, geringe Emissionswerte aufweisen, effizient im Benzinverbrauch sind und vor allem klein und leicht gebaut werden können.

Von effizienten Bordcomputern oder Computer Guidance-Systemen konnte in den 60er Jahren ebenfalls nur geträumt werden.

Moller ließ sich aber dennoch nicht unterkriegen und baute an seinem ersten flugfähigen Auto, dem XM-2.

Ein entscheidender Schritt vorwärts gelang ihm durch den Einsatz des Wankelmotors, mit dem sich erstmals die geforderten Werte erzielen ließen.

Während der nächsten 20 Jahre entwickelte das Unternehmen verschiedenste Varianten, alle Modelle scheiterten jedoch an der geringen Flugleistung im Verhältnis zum Eigengewicht.
Ende der 80er Jahre konnte man erstmals mit dem Einsatz von fly-by-wire und elektronischen Stabilitätssystemen Erfolge erzielen. Mit dem damals entwickelten M200X wurden über 175 bemannte Versuchsflüge durchgeführt.

Damit wurde der Grundstein für die erfolgreiche Entwicklung des M400, dem erstem kommerziell nutzbaren Skycar, gelegt.

Laut Moller will man die ersten Autos, mit einem stolzen Stückpreis von 1 Mio. Dollar, noch händisch fertigen. Langfristig möchte Moller Inc. aber durch den Umstieg auf Serienproduktion den Stückpreis auf $600 000 senken.

Das Skycar für jedermann wird zwar noch einige Zeit auf sich warten lassen, aber mit steigender Nachfrage, so hofft man, wird das Auto noch viel billiger werden. Derzeit bietet Moller Int. zwei verschiedene Modelle an, den M150 Einsitzer und den M400 Viersitzer.

Das Herz dieses fliegenden Autos bilden die 4 Antriebsgehäuse, in denen je 2 Wankelmotoren in entgegengesetzter Position angeordnet sind. Durch diese spezielle Konstruktion gelingt es die Eigenrotationswirkung der Propeller auszugleichen und somit das Vehikel stabiler zu machen.
Coole Technik

Ein wesentlicher Vorteil des Modells M400 ist das Auskommen ohne aufwendige Steuerungsmechanik, denn gelenkt wird einzig und allein mit den Steuerklappen, die den Luftstrom in die gewünschte Richtung leiten.

Bei vertikaler Einstellung wird die angesaugte Luft nach unten ausgestoßen und erzeugt somit Auftrieb. Wird die Klappe in horizontale Position gestellt, setzt sich das Skycar in Bewegung und kann eine Höchstgeschwindigkeit von 600 km/h erreichen. Daher benötigt es auch keine Start- und Landebahn, lediglich eine kleine Abstellfläche, von der es starten kann.

Die 8 Wankelmotoren erzeugen eine Schubleistung von 12000 Newton - ausreichend, um ein mit 4 Personen vollbesetztes Skycar mit einem Gewicht von 1000 kg in die Luft zu bringen.

Der Benzinverbrauch ist mit 1l auf 8km noch relativ hoch. Verglichen mit einem Helikopter oder einem gewöhnlichen Passagierflugzeug liegt der Benzinverbrauch pro Kopf aber deutlich niedriger.

Ein weiterer Vorteil liegt darin, daß die Motoren mit alternativen Brennstoffen wie Alkohol laufen können. In Zukunft wird aber wohl Wasserstoff der ideale Kraftstoff sein.

Auch wurde bei der Entwicklung darauf geachtet, daß der Kraftstoff möglichst sauber verbrannt wird. So erzeugt das Skycar 4x weniger Stickoxid, 10x weniger Kohlenwasserstoff, der für Smog verantwortlich ist und 3x weniger Kohlendioxid.

Der Geräuschpegel liegt mit 70dB in 15 m Höhe ebenfalls relativ niedrig. Da jedoch beim Abheben für 10 Sekunden ein Pegel von 85dB erreicht wird, ist das Starten in Wohngegenden verboten. Die Entwickler arbeiten daran, den Geräuschpegel noch weiter zu senken.
Automatisches Steuerungssystem

Die ersten Skycars werden mit einem fly-by-wire System ausgestattet sein. Der Pilot braucht dem Computer nur mehr zu sagen was er will. Dabei wird das Risiko eines Manövers jedes einzelne Mal neu errechnet.

Stimmt der Computer einem gefährlichen Manöver nicht zu, so bricht er ab.

Gesteuert und beschleunigt wird mit dem rechten Hebel, die Flughöhe und die Steiggeschwindigkeit wird mit dem linken Hebel bestimmt. Schon bald wird das Skycar mit Infrarotsystemen, Restlichtverstärkern und Wärmebildkameras arbeiten können.

“Unser Ziel ist es in der Nacht und bei dichtem Nebel in Großmutters Garten zu landen, ohne die Wäscheleine zu berühren”, erläutert der Techniker Jack Allison.

Aber schon planen die Ingenieure weiter. In Zukunft soll das Skycar vollständig von selbst mittels Autopilot fliegen können, einzig und allein das gewünschte Ziel muß nur mehr gewählt werden.
Eine ganze Reihe von Flugkontrollsystemen soll dann bereits zur Verfügung stehen. Die FAA (Federal Aviation Administration) arbeiten bereits an einem vollelektronischen Steuerungssystem für kleine Flugzeuge (SATS), das mittels GPS die Positionsdaten jedes Flugzeuges weitergibt.

Die Piloten können damit erkennen, welche Flugzeuge sich um sie herum befinden. Der Vorteil dabei ist, daß man dabei fast ohne Bodenkontrolle und aufwendige Radarsysteme auskommt und daher kostengünstig ist.

Mittel- bis langfristig soll dieses spezielle Leitsystem auch für den Einsatz von Skycars zur Verfügung stehen. Unter Miteinbeziehung von Sicherheitsabständen, Geschwindigkeit, Höhe und Bestimmungsort wird es dem Bordcomputer dann möglich sein, autonom die Route zu berechnen. Einen geeigneten Parkplatz soll er ebenfalls finden können ;-)
Sicherheit ist alles

Das Modell M400 verfügt über 2 Bordcomputer, die unabhängig voneinander arbeiten. Bei Ausfall eines Rechners soll der zweite immer noch einen sicheren Flug ermöglichen.

Um das Skycar so stabil und robust wie nur möglich zu machen, besteht die gesamte Oberfläche aus Kevlar. Weiters ist der Rumpf mit Airbags ausgestattet, die im Falle einer Notlandung ein verletzungsfreies Aufsetzen ermöglichen sollen.

Selbst für den Fall eines Totalausfalls aller Sicherheitssysteme ist mit an Bord befindlichen Fallschirmen vorgesorgt.

Durch den Einsatz von neuartigen leichten Radarsystemen kann das Skycar eng an Gebäudekomplexen vorbeimanövriert werden.

Autor Klaus H.

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